Kompressionstherapie

Die zusätzliche Stützfunktion für überdehntes Bindegewebe

Wenn die Venenprobleme nicht ausschließlich durch einen Venenwanddefekt ausgelöst werden, sondern zusätzlich ein Venenklappendefekt besteht, ist es sinnvoll, zusätzliche manuelle Therapiekonzepte zur Behandlung einzusetzen. Bei der Abklärung der genauen Ursache für ein Venenleiden kann Ihnen Ihr Arzt behilflich sein.
 
Das Prinzip der Kompression ist es, den Durchmesser der erweiterten Venen durch Druck von außen zu verringern. Im Idealfall schließen dadurch die Venenklappen wieder, sodass der Bluttransport zum Herzen verbessert oder sogar normalisiert werden kann. Die Kompression übernimmt sozusagen die Stützfunktion des überdehnten Bindegewebes. 

Kompressionsverband oder Kompressionsstrümpfe

Grundsätzlich ist bei allen Arten der Kompression wichtig, dass der Druck vom Fesselbereich nach oben hin abnimmt. Ein Kompressionsverband wird individuell angelegt und auf die Beinform abgestimmt. Allerdings muss das Wickeln erlernt werden. Ein nicht fachgerecht angelegter Kompressionsverband kann mehr schaden als nutzen. Für die Selbstbehandlung gibt es daher als Alternative Kompressionsstrümpfe in verschiedenen Stärken. Sowohl die Kompressionsstrümpfe als auch der Verband müssen gleich morgens angelegt werden. Also am besten noch im Bett vor dem Aufstehen, bevor die Ödembildung einsetzen kann.

Kompression ist ein einfaches und nützliches Prinzip. Allerdings haben viele Patienten Probleme mit dem An- und Ausziehen der Strümpfe. Besonders notwendig wäre die Kompression bei großer Wärme oder Hitze, also im Sommer, da sich das Gewebe hier in Folge der Wärme besonders erweitert. Und genau dann ist das Tragen der Strümpfe am unangenehmsten. Dies hat zur Folge, dass nur etwa 40 bis 50 Prozent der Patienten ihre Kompressionsstrümpfe regelmäßig tragen.