Müde, schwere Beine – Was tun?

Nach einem langen Tag im Büro ermüden auch die Venen

Unsere Venen leisten Tag für Tag Höchstleistungen und durch langes Stehen oder Sitzen im Auto, Büro oder während einer Reise haben viele Menschen abends müde und schwere Beine. Das Gefühl wird meist durch angeschwollene Knöchel und Füße verstärkt und bei den Betroffenen wird nach einem langen Tag der Wunsch geweckt, „einfach mal die Beine hochzulegen“. Meist bessert sich das Schweregefühl durch diese einfache Maßnahme deutlich, aber wenn sich Beine und Füße regelmäßig wie Blei anfühlen, kann dies ein Anzeichen für ein bereits bestehendes Venenleiden sein.

Wie kommt es zu müden und schweren Beinen?

Das unangenehme Gefühl der Schwere, manchmal begleitet von einem Kribbeln oder Jucken, bis hin zu stechenden Schmerzen in den Beinen, kann aus verschiedenen Gründen auftreten: Sowohl eine übermäßige Belastung z.B. an heißen Sommertagen, als auch ein Bewegungsmangel im Alltag tragen dazu bei, dass sich die Beine zumeist abends bleischwer anfühlen und die Knöchel und Füße anschwellen. Ein genetisch bedingtes, schwaches Bindegewebe oder auch der übermäßige Genuss von Nikotin und Alkohol verstärken die Symptome zusätzlich.

Ursachen für Schweregefühle in den Beinen

Unser Venensystem transportiert das Blut durch den gesamten Organismus. Besonders im tieferliegenden Venensystem der Beine vollbringt es wahre Höchstleistungen, denn hier arbeitet die Venen-Muskelpumpe sogar gegen die Schwerkraft. Steht oder sitzt man über eine lange Zeit, staut sich das Blut in den Venen der Beine und Füße und es kommt zu dem benannten Schweregefühl. Es muss sich nicht gleich um eine Venenerkrankung handeln, wenn die Venen einer einseitigen, aber temporären Belastung ausgesetzt sind. In den meisten Fällen lässt sich die Stauung durch einen Bewegungsausgleich (z.B. durch leichtes Joggen/Walken oder auch durch gezielte Venen-Gymnastikübungen) beheben.

Müdigkeitsgeplagte Beine kann man also schnell wieder in Form bringen. Besonders Frauen leiden häufig an geschwollenen Beinen, Knöcheln und Füßen während der Schwangerschaft – auch im Verlauf des Zyklus kommt es häufig zu Ödemen/Wassereinlagerungen im Bindegewebe. Oftmals verschwinden diese aber nach Beginn der Periode oder wenige Wochen nach der Geburt von selbst, wenn sich der Hormonhaushalt und das Bindegewebe wieder regeneriert haben.

Müde und schwere Beine können ein Anzeichen für eine Venenerkrankung sein

Kommt das träge Gefühl in den Beinen regelmäßig vor und wird von weiteren Beschwerden oder sichtbaren Anzeichen, wie Besenreisern oder Krampfadern an den Beinen begleitet, sollten die Venen einer gründlichen Untersuchung unterzogen werden. In vielen Apotheken werden kostenlose Venen-Checks angeboten, die einen ersten Aufschluss über ein eventuell bestehendes Venenleiden geben können. Eine umfassende Venen-Diagnose, zum Beispiel mittels eines nicht-invasiven und absolut schmerzfreien Ultraschalls, sollte jedoch immer von einem Facharzt für Venenheilkunde (Phlebologe) ermittelt werden.

Was hilft, wenn die Beine abends bleischwer sind?

Der größte Faktor für müde Beine sind eine einseitige Belastung und Bewegungsmangel. Gegen das akute Gefühl von müden, schweren Beinen helfen bereits einfache, ausgleichende Maßnahmen, die im besten Falle regelmäßig/täglich durchgeführt werden. Auch Schwangere finden hiermit ganz sicher Erleichterung:

  • Beine hochlegen
  • Wechselduschen
  • leichtes Jogging oder Nordic Walking
  • Yoga oder Pilates
  • Schwimmen
  • Radfahren
  • gezielte Venengymnastik

Wenn bereits ein Venenleiden diagnostiziert wurde, kann unter anderem eine Kompressionstherapie helfen, die akuten Symptome zu lindern, den Blutfluss in den Beinen zu verbessern und ggf. das Risiko schwerer Folgeerkrankungen zu mindern.