Venenleiden im Alter: So bleiben Ihre Beine fit

Mit dem Alter nimmt die Venenleistung ab

Besenreiser oder Krampfadern können sich bereits in jungen Jahren an den Beinen zeigen. Ältere Menschen ab 60 Jahren leiden dann oftmals an einer ausgeprägten Venenschwäche. Ob man zur Risikogruppe für ein Venenleiden gehört, zeigt sich schon in jungen Jahren. Mit zunehmendem Alter kämpfen dann immer mehr Menschen mit ausgeprägten Krampfadern und deren Folgeerscheinungen, wie Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen, bis hin zu schwerwiegenden Komplikationen durch Thrombosen und Lungenembolien.

Altersmüdigkeit kann auch die Venen betreffen

Unser Venensystem vollbringt Höchstleistungen im Transport des verbrauchten, sauerstoffarmen Blutes aus dem Organen zurück zum Herzen – ein Leben lang. Da kann es vorkommen, dass die Venen mit dem Älterwerden deutliche Anzeichen für eine Ermüdung zeigen, die unter anderen mit vielfältigen Beschwerden in den Beinen einhergehen. Besenreiser und Krampfadern sind jedoch nicht erst für die Senioren ein Thema. Erweiterte Venen oder Venenklappenschädigungen können auch schon bei jungen Menschen regelmäßig für Muskelkrämpfe, sowie schwere und kribbelnde Beine sorgen. Dabei spielt das Geschlecht, neben der genetischen Veranlagung und krankheitsfördernder Lebensumstände nur eine untergeordnete Rolle.

Laut der 2003 im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie durchgeführten »Bonner Venenstudie« mit 3.072 Testpersonen im Alter von 18 bis 79 Jahren leiden jeder sechste Mann und jede fünfte Frau unter einer chronischen Veneninsuffizienz (CVI) mit Varizen und Beschwerden unterschiedlichen Schweregrades. Die Häufigkeit von Beinbeschwerden ist deutlich altersabhängig und nimmt von 46,8 Prozent der 20- bis 29-Jährigen auf 74,1 Prozent der 70 bis 79 Jahre alten Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zu.

Nicht nur für Senioren: Woran erkenne ich eine Venenerkrankung?

Bei einer Venenschwäche im Anfangsstadium können die Beschwerden vielfältig sein und lassen nicht sofort auf eine Erkrankung schließen.

  • Erste Symptome: müde, schwere Beine, Kribbeln bis hin zu einem leichten Brennen oder Spannungs- oder Schweregefühl. Warme Füße, unangenehmer Juckreiz und das Gefühl, ständig die Beine zu bewegen um sie zu entlasten.
  • Weitere, fortgeschrittene Symptome: Schwellungen der Füße, der Knöchel oder des ganzen Beines, außerdem können nächtliche Fuß- und Wadenkrämpfen auftreten.
  • Hautveränderungen können an der Haut der Füße und Unterschenkel auftreten (verhärtete Hautpartien, bräunliche oder auch weiße Farbveränderungen).
  • "Offene Beine" hingegen sprechen für ein fortgeschrittenes Stadium der Venenerkrankung. Dem vorausgehend sind sicht- oder tastbare Varizen – Besenreiser und Krampfadern – an den Beinen. Diese können über einen längeren Zeitraum bestehen, ohne Schmerzen zu verursachen.
  • Akute Venen-Beschwerden in den Beinen nehmen in den meisten Fällen bei heißen Temperaturen, längerem Sitzen und gegen Abend zu, verbessern sich jedoch schnell mit leichter Bewegung, wie z.B. einer gezielt durchgeführten Venengymnastik. Zum Vergleich: Störungen des Blutflusses in den Arterien bessern sich in der Regel im Ruhezustand und verstärken sich beim Laufen.

Werden die Symptome nicht behandelt, schwillt das Bein oftmals an, Strümpfe hinterlassen unschöne Einkerbungen in der Haut und es bilden sich Dellen, wenn man die Haut mit den Fingern eindrückt. Die Haut ist ständigem Druck ausgesetzt, Wasser kann schließlich austreten und es kommt zu Hautveränderungen und Flecken. Spätestens jetzt ist es ratsam, einen Facharzt für Venenheilkunde beratend hinzu zu ziehen, der die weiteren Behandlungsschritte zur Vorbeugung schwerwiegenden Venenschäden einleitet. Dies kann u.a. eine Kompressionstherapie oder auch einen Venen-OP sein.

Bei älteren Menschen steigt das Thromboserisiko

Neben einer alters- und vererbungsbedingten Thrombose, sind auch Menschen, die keinen Sport ausüben, wenig trinken, sich nicht ausgewogen ernähren, rauchen oder auch hormonelle Medikamente (wie z. B. die ‚Pille‘) einnehmen. Mitfortschreitendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit aller Organe und damit auch die der Blutgefäße und des Kreislaufs ab. Die Elastizität der Venen lässt nach und Schädigungen der Gefäße machen sich in stärkerem Maße bemerkbar. Eine altersbedingte Zunahme der Blutgerinnungsneigung führt dann zu einem weiteren Anstieg des Thromboserisikos in den Beinvenen.

Kritisch wird die Situation dann, wenn sich bei älteren Menschen mehrere Risikofaktoren addieren: ein über längere Zeit bestehender, unausgewogener Flüssigkeitshaushalt, ergänzt durch einen latenten Bewegungsmangel oder Bettlägerigkeit in Folge einer Sturzverletzung oder Operation. Bei über 80-jährigen Patienten liegt das Thromboserisiko nach einer OP statistisch gesehen bei 70 % und wird daher durch den Einsatz von Medikamenten überwacht, um z.B. einer Entwicklung einer Lungenembolie vorzubeugen.

Prävention: So verhindern Sie schwerwiegende Folgeerkrankungen der Venen

Zunächst einmal ist, wie bei allen Vorsorgemaßnahmen, Eigeninitiative gefragt: Sichtkontrolle, Abtasten, eine professionell durchgeführte Venenmessung beim Arzt oder in der Apotheke. Ein Arztbesuch steht spätestens dann auf der Agenda, sobald venöse Veränderungen an den Unterschenkeln sichtbar werden und häufige Schmerzen verursachen. Das regelmäßige Abtasten beim Arzt und ein mindestens einmal pro Jahr erstelltes Blutbild kann zudem wertvolle Aufschlüsse über den allgemeinen Gesundheitszustand und das individuelle Thromboserisiko geben – ob bereits eine Vorbelastung besteht oder nicht

Welche Maßnahmen unterstützen die Venengesundheit im Alter?

Grundsätzlich gilt es, einseitige Belastungen und Bewegungsmangel zu vermeiden. Gegen das Gefühl von müden, schweren Beinen helfen bereits einfache Übungen, die im besten Falle regelmäßig/täglich durchgeführt werden. Selbstverständlich sollte dabei immer auf den individuellen Gesundheits- und Fitnesszustand geachtet und die Gelenke nicht unnötig oder gar einseitig belastet werden.

  • Beine hochlegen und Wechselduschen sorgen für schnelle Linderung
  • Leichtes Joggen oder Nordic Walking, Yoga oder Pilates sowie Schwimmen oder Radfahren stärken die Muskulatur langfristig.
  • Die Durchführung einer gezielten Venengymnastik ist speziell zur Vorbeugung und Therapie von Venenleiden angeraten und kann sowohl im Sitzen, Liegen oder auch Stehen durchgeführt werden.

Wenn bereits ein Venenleiden diagnostiziert wurde, kann eine Kompressionstherapie helfen, den Blutfluss in den Beinen zu verbessern und ggf. das Risiko schwerer Folgeerkrankungen zu mindern. Thrombosestrümpfe müssen zwingend nach einer Venen-OP getragen werden, um die Venen aufgrund des Liegens und Mangelbewegung zu entlasten.Bei längeren Reisen sollte zudem ausreichend Flüssigkeit mitgenommen werden. Das Reduzieren von Übergewicht wirkt ebenfalls prophylaktisch. Es ist auch nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören, auch um das Thromboserisiko zu mindern.

Wichtig: Ausreichend trinken! Besonders bei Stress, oder auch bei älteren Menschen besteht die Neigung, zu wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen. So wird unwillentlich die Dehydrierung des Körpers gefördert. Das kann ernste gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Beson-ders bei hohen Temperaturen ist es lebenswichtig, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um sich geistig und körperlich gut zu fühlen.