Wasser in den Beinen: Was sind Ödeme?

Wassereinlagerungen sorgen für unangenehme Spannungsgefühle
in den Beinen

Ohne Körperflüssigkeiten wäre der menschliche Körper schlichtweg nicht überlebensfähig. In einem perfekt aufeinander abgestimmten System sorgen sie dafür, dass alle Organe und Knochen mit wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Gleichzeitig erfüllen die Blut- und Lymphgefäße auch die Funktion einer Müllabfuhr; sorgen sie schließlich dafür, dass schädliche Stoffe über die Ausscheidungsorgane ausgeleitet werden.

Allerdings können Flüssigkeiten unter bestimmten Voraussetzungen auch negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben und sogar ein Symptom für eine schwerwiegende Erkrankung sein. Ödeme, bzw. "Wasser in den Beinen" bedeuten schmerzhafte Wassereinlagerungen in den Füßen oder Beinen und treten dann auf, wenn etwas mit den Blut- oder Lymphgefäßen nicht in Ordnung ist. Doch wie kommt es dazu und was kann man gegen die Wasseransammlungen unternehmen?

Kurz gefasst: Was sind Ödeme?

Im Gegensatz zu einem Müdigkeits- oder Schweregefühl in den Beinen, handelt es sich bei Ödemen um Wassereinlagerungen im Bindegewebe. Ob der oftmals einseitigen Schwellung tatsächlich ein Ödem zugrunde liegt ist einfach festzustellen: Drückt man mit dem Finger auf die angeschwollene Stelle, hinterlässt dies eine sichtbare Delle im Gewebe. Die Druckstelle bildet sich nur langsam zurück.

Die Ursachen für Ödeme können vielfältig sein

Normalerweise sind Gefäße – sowohl Venen, Arterien als auch Lymphbahnen von Natur aus so konzipiert, dass sie Flüssigkeiten und Nährstoffe in ihrem Inneren nicht nur befördern, sondern auch in filtrierter Form an das Gewebe abgeben. Gewährleistet wird dies durch gleichmäßige Druckverhältnisse im Inneren, sowie die sogenannte Muskelpumpe, die am Transport der Lymphe maßgeblich beteiligt sind. Wassereinlagerungen entstehen dann, wenn Flüssigkeit aus den Blut- oder Lymphgefäßen in das umliegende Gewebe austritt. In einem solchen Falle schwellen zunächst die Beine, Knöchel und Füße an, aber auch andere Körperteile und Organe können von Ödemen betroffen sein. Die Ursachen hierfür sind unterschiedlicher Natur.

Der Blutkreislauf und das lymphatische System

(Quelle: http://www.lymphverein.de/lymphgefaesssystem.html)

Ödeme können auf eine Herzschwäche hindeuten

Bei einer chronischen Herzschwäche (Herzinsuffizienz), eine der häufigsten Erkrankung des Herzens, bilden sich Ödeme, wenn das zum Herz zurückfließende Blut in den Venen nicht ausreichend weitergepumpt wird. Vor dem Herzen entsteht dann ein Rückstau, der bis in die kleinsten Blutgefäße reicht. Die Blutgefäße weisen einen hohen Druck auf, was im weiteren Verlauf bewirkt, dass überschüssige Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst wird. Gleichzeitig kann weniger Flüssigkeit aufgenommen werden.

Wassereinlagerungen aufgrund eingeschränkter Nierenfunktion

Da die Niere einen wichtigen Beitrag zur Ausscheidung schädlicher Stoffe in unserem Körper leistet, kann eine Schädigung der Nieren ebenfalls in der Bildung von Ödemen eine Rolle spielen. Normalerweise sorgt das Filtersystem der Nieren dafür, dass Giftstoffe über den Urin ausgeschieden werden können. Eiweiß-Moleküle, die aufgrund von Membran-Defekten in der Niere vermehrt über den Harn abgeleitet werden, anstatt im Blut dafür zu sorgen, dass nicht zu viel Flüssigkeit durch die Gefäßwände ins Gewebe eindringt, können somit für eine vermehrte Ablagerung von Lymphflüssigkeit in den Beinen oder an anderen Stellen des Körpers verantwortlich sein. 

Ödeme aufgrund von Verletzungen oder hormonellen Veränderungen

Mechanische Abflussbehinderungen, Traumata (zum Beispiel nach Operationen, Prellungen, Quetschungen oder Brüchen), Entzündungen, allergische Reaktionen oder Infektionen können ebenso zu einer Zunahme der Gefäßzulässigkeit führen wie hormonelle Veränderungen aufgrund einer Schwangerschaft (siehe: Ödeme in der Schwangerschaft).

Weitere Ursachen für Wasser in den Beinen

Zu den Auslösern für Ödeme zählen ebenfalls verschiedene Formen von Krebs, sowie bösartige Lymphknotenerkrankungen (z. B. Morbus Hodgkin) oder Blutkrebs. Seltener entsteht ein Lymphödem auch infolge einer angeborenen Fehlentwicklung des Lymphsystems. Sogenannte Myxödeme hingegen sind das Resultat einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, die aufgrund von Ansammlungen von Zuckereiweißverbindungen im Bindegewebes entstehen.

Wasser in den Beinen durch Venenerkrankungen

Ein Venenleiden kann nicht nur Wassereinlagerungen in den Beinen mit sich bringen, sondern auch andere Körperteile in Mitleidenschaft ziehen. Ödeme könne durch einen Rückstau des Blutes in den Venen verursacht werden. In diesem Falle erhöht sich der Druck auf die Gefäßwände in einem solchen Maße, dass das Blutplasma durch sie in das umliegende Gewebe gepresst wird und dort nicht weitertransportiert werden kann. Auch wenn sich die Beschaffenheit der Veneninnenwände verändert, zum Beispiel durch die Freisetzung von schädigenden lysosymalen Enzymen, und die Gefäße nach und nach durchlässig werden, tritt Wasser in das umliegende Gewebe aus.

Ein weiterer Grund für die Stauung des Blutes in den Venen ist auf defekte Venenklappen zurück zu führen. Eigentlich sorgen die bis zu 34-paarig angelegten Venenklappen aufgrund ihrer Ventilfunktion dafür, dass das sauerstoffarme Blut entgegen der Schwerkraft aus den Beinen nach oben in Richtung Herz fließen kann – wie ein Rückschlagventil. Die Venen-Muskel-Pumpe unterstützt sie dabei. Diese Teamarbeit sorgt dafür, dass das Blut nicht in den Beinen versacken kann. Ist die ordnungsgemäße Funktion der Venenklappen aufgrund ausgedehnter Venen und einer nicht ausreichend trainierten Beinmuskulatur nicht gewährleistet, staut sich das Blut im Unterschenkel und im Fuß. Hier spricht man von einer chronischen Veneninsuffizienz, die nicht nur zu Ödemen führt, sondern im weiteren Verlauf die Entstehung von Besenreisern und Krampfadern begünstigt.

Kleine Blutgerinnsel (Thrombosen) können die Blutgefäße verengen oder gar verstopfen. Es entstehen Thrombosen, die sich bevorzugt in den tiefen Beinvenen oder Beckenvenen bilden und zu starken Wassereinlagerungen führen.

Tipps bei schmerzenden Beinen aufgrund von Wassereinlagerungen

Wenn die Beine geschwollen sind, sich schwer anfühlen und die Haut spannt, bringen diese Tipps eine schnelle Linderung: 

  • Kneipp‘sche Kur: Wassertreten in kaltem Wasser und Fußbäder, die abwechselnd warm und kalt sind. Die Beine werden abwechselnd ins warme und kalte Wasser gesteckt. Durch die Kalt-Warm-Reize reagieren die Venen flexibel.
  • Kühle Wickel: Der Kältereiz bewirkt, dass die überflüssige Gewebeflüssigkeit wieder in den Kreislauf gelangt und Richtung Nieren transportiert wird. Eine vorherige Konsultation mit dem behandelnden Arzt ist für Gefäßpatienten Voraussetzung, um Kälteanwendungen durchführen zu können. 
  • Das Hochlagern der Beine (zwischendurch oder auch nachts) entlastet die Venen und fördert den Abfluss der Wasseransammlungen aus den Beinen.
  • Manuelle Lymphdrainage (MLD): diese Massagetechnik aktiviert die Lymphbahnen und regt sie an, das eingelagerte, gestaute Wasser weiterzuleiten.
  • Übung für Zwischendurch: auf den Rücken legen, Beine hoch strecken und mit den Füßen in der Luft kreisen.
  • Salzarme Kost: Salz fördert die Speicherung von Wasser im Körper. Reduziert man den Salzgehalt in den Mahlzeiten, wird der Wasseraustausch begünstigt und weniger Wasser im Bindegewebe eingelagert.
  • Regelmäßiger Sport wie Joggen, Walken, Radfahren und eine gezielte Venengymnastik unterstützen den Blutfluss zum Herzen und fördern den Abtransport von Schadstoffen aus den Geweben.
  • Tragen von Kompressionsstrümpfen für geschwollene Beine erhöht den Außendruck auf die Beine und entlastet dadurch die Venen. Diuretische Mittel können vom Arzt verschrieben werden, um die Entwässerung zu fördern. Gleichzeitig werden die Nieren entlastet.
  • Vorbeugende, pflanzliche Mittel wie Venostasin® retard wirken gegen die Ausschüttung venenschädlicher lysosomaler Enzyme und schützen die Veneninnenwände.

 

 

Pflichttexte

Venostasin retard
Wirkstoff: Rosskastaniensamen-Trockenextrakt
Anwendungsgebiete: Pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von Beschwerden bei Erkrankungen der Beinvenen (chronische Veneninsuffizienz) bei Erwachsenen, z. B. Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz und Ödeme.

Venostasin-Creme
Wirkstoff: Rosskastaniensamen-Trockenextrakt
Anwendungsgebiete: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Besserung des Befindens bei müden Beinen ausschließlich auf Grund langjähriger Anwendung.

Venostasin-Gel Aescin
Wirkstoff: Aescin
Anwendungsgebiete: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Besserung des Befindens bei müden Beinen ausschließlich auf Grund langjähriger Anwendung.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Klinge Pharma GmbH, Bergfeldstraße 9, 83607 Holzkirchen